Was tun, wenn die teure Regenjacke nicht mehr wirklich dicht scheint, sich innen feucht anfühlt, der Regen nicht mehr abperlt und der Außenstoff sich schnell vollsaugt oder wenn eure Bekleidung im Einsatz stark verschmutzt wurde und verschwitzt ist?
Gore-Tex und Co brauchen ein wenig Pflege damit sie immer perfekt funktionieren. Das ist keine Hexerei, wir zeigen euch, auf was ihr beim Waschen achten müsst und wie ihr die guten Stücke richtig pflegt.

Klamm und nass – die Anzeichen für eine nicht mehr funktionsfähige Imprägnierung

Die Anzeichen für eine nicht mehr funktionierende Imprägnierung sind einfach festzustellen. Perlt der Regen anfangs noch richtig vom Außenstoff ab, so wird das Wasser entweder nach einigen Waschgängen oder nach einer gewissen Zeit der Benutzung vom Außenstoff regelrecht aufgesaugt.

Hier ist die Imprägnierung verbraucht

Hier ist die Imprägnierung verbraucht

Dies bewirkt ein Nachlassen der Dampfdurchlässigkeit der Membran bzw. Beschichtung um bis zu 60%. Die Folgen sind Kondensation der Körperfeuchtigkeit auf der Innenseite der Bekleidung. Und dies wiederum führt zu einem klammen, nassen Gefühl in der Jacke und zu Wärmeverlust. Man hat das Gefühl, die Bekleidung ist nicht mehr richtig dicht.

Wozu aber überhaupt eine Imprägnierung – der Stoff ist doch wasserdicht!?

Die Imprägnierung (oft als DWR-Imprägnierung – Durable Water Repellent – dauerhaft wasserabweisend – bezeichnet) verhindert, dass der Außenstoff durchnässt werden kann. Sie dringt richtiggehend in die Fasern des Außenmaterials ein und verringert die Oberflächenspannung des Materials. Dadurch perlt das Wasser ab. Für die Erstimprägnierung des Stoffes sorgt der Hersteller, jeder hat da seine eigene Technik, in der Regel halten diese Erstimprägnierungen 5 bis 10 Waschgänge. Danach wird es Zeit für eine Nachimprägnierung. Imprägnierungen moderner Funktionsbekleidung basieren meist auf Fluorcarbonausrüstungen, da diese Verbindungen immer noch als die haltbarsten gelten. Mittlerweile versuchen viele Hersteller auf den Einsatz von Fluorcarbonen zu verzichten, diese Imprägnierungen sind dann meist nach kürzerer Zeit verbraucht.

Ein kurzer Ausflug in die Welt der Chemie

Fluorwirkstoffe gelten als gesundheitsgefährdend, da sie als Hilfsmittel perfluorierte Hilfsmittel (PFT) verwenden. PFT sind in der Natur nicht abbaubar und bioakkumulativ. Das heißt, sie können von menschlichen und tierischen Organismen aufgenommen werden und können sich in deren Organen anreichern. PFT gelten als toxisch und krebserregend. Daher achten immer mehr Hersteller darauf, dass die Imprägnierungen entweder wasserbasiert oder aber mit Fluorwirkstoffen hergestellt sind, die frei von PFT sind. Diese Imprägnierungen, egal welcher Art, halten nicht ewig. Regelmäßiges Tragen, Waschen, Abnutzung, Schmutz, Körperfette und Haut- und Sonnenpflegemittel, Insektenschutz und sonstige Fremdstoffe verkürzen die Lebensdauer einer Imprägnierung.

Regelmäßiges und richtiges Waschen – unerlässlich zur Erhaltung der Funktion.

Nicht nur das Außenmaterial ist gerne frei von Schmutz, Schweiß und Fetten, auch das Innenfutter benötigt diese Pflege. Denn die Funktionsbekleidung ist innen mit einer genau eingestellten Futterlage ausgestattet. Egal, ob 2- oder 3-lagig. Das Innenfutter bewirkt in sauberem Zustand ein eigenständiges Feuchtemanagement und ist auf die Membran bzw. Beschichtung abgestimmt. Dabei geht es, einfach gesagt, um das Anziehen bzw. Abweisen von Körperfeuchtigkeit. Diese hydrophobe bzw. hydrophile Ausstattung des Innenfutters ist so ausbalanciert, dass genügend Körperfeuchte am Futter vorbei durch die Membran gelangen kann. Salze aus Schweiß, Fette von Sonnencremes oder von der Haut können diese Balance stören. Im späten oder fast zu späten Zustand erkennt man dies durch Verfärbungen des Materials und das Durchscheinen des Nässefilms von außen.

Wenn die Bekleidung regelmäßig gewaschen wird, trägt man schon mal erheblich zur Erhaltung der Funktion bei. Denn damit wird sowohl das Innenfutter als auch das Außenmaterial von Schmutz, Ölen, Fetten etc. befreit und die Wirkungsweise der Membran sichergestellt. Wichtig ist dabei, die Waschanleitung des Herstellers lt. Etikett genau zu befolgen. In der Regel kann man Funktionsbekleidung entweder bei 30 oder 40 Grad in der Waschmaschine zuhause waschen. Auf gar keinen Fall dürfen Weichspüler oder sonstige „veredelnde“ Stoffe verwendet werden, denn die greifen tatsächlich die Funktionen aller Materialien an. Auch sollte nach Möglichkeit kein Pulverwaschmittel verwendet werden, zumindest bei einer GORE-Tex -Membran, da das Pulver die kleinen Löchlein verstopfen kann, mit denen die Membran funktioniert. Bei Dermizax z.B. ist das nicht so eng zu sehen, denn diese Membranen besitzen keine Löcher.

Man sieht deutlich die Verschmutzungen im Innenfutter

Idealerweise benutzt man ein spezielles Waschmittel für Funktionsmaterialien wie z.B. das Pro Wash des deutschen Herstellers Fibertec. Damit ist sichergestellt, dass wirklich nichts im Waschwasser ist, was eine schädigende Wirkung auf die Membran oder die Stoffe innen und außen haben kann. Diese speziellen Waschmittel sind auf Funktionsmaterialien abgestimmt und entfernen Schmutz, Schweiß und Fette, aber nicht die Imprägnierung. Außerdem neutralisieren sie im Stoff abgelagerte Waschmittelrückstände, die ebenfalls eine negative Wirkung auf die Imprägnierung haben. Auch wenn Spezialwaschmittel etwas teurer sind, sollten ein paar EURO mehr für die Erhaltung der meist recht teuren Bekleidung gut investiert sein.

Beim Waschen sollte weiterhin darauf geachtet werden, dass alle Reißverschlüsse und Klettverschlüsse gut verschlossen sind. Die Zugkordeln in Kapuze und Saum sollten ganz offen sein. Und man sollte die Waschmaschine auf keinen Fall zu voll machen. Die Bekleidung hat gerne viel Platz, was am Ende auch die mechanische Belastung der Bekleidung in der Waschmaschine verringert. Funktionsbekleidung bitte nie schleudern, sondern tropfnass aufhängen! Das Schleudern ist eine extrem hohe mechanische Belastung und im schlimmsten Fall macht man seine Bekleidung dadurch kaputt.

Nach dem Waschgang sollte man der Bekleidung noch einen separaten Wasserspülgang gönnen, so dass auch alle Waschmittelrückstände vollständig ausgewaschen werden. Natürlich können auch ganz normale Flüssigwaschmittel verwendet werden, wir halten die Benutzung von speziell auf die Materialien abgestimmten Waschmitteln aber auf jeden Fall für lohnenswert.

Flecken und Co – was tun?

Sollte die Kleidung mit Ölflecken oder ähnlichem beschmutzt sein, dann bitte keine aggresiven Fleckenentferner benutzen. Die Membranen oder Beschichtungen reagieren äußerst empfindlich auf solche Substanzen und meistens macht man damit mehr kaputt als sauber. Wenn die Flecken also nicht mit dem Waschmittel rausgehen, kann man versuchen, sie mit einem sanften Geschirrspülmittel und einem sauberen, absolut fuselfreien Tuch abzutupfen – auf gar keinen Fall reiben, davon wird es in der Regel immer schlimmer. Bringt das auch nichts, dann sollte man sie drinlassen. Auch wenn die Jacke dann nicht mehr ganz so schön aussieht. Wichtiger sollte die Funktion sein.

Wie oft sollte ein Kleidungsstück gewaschen werden?

Immer noch gibt es die Meinung, eine Funktionsjacke sollte so wenig wie möglich gewaschen werden, um die Membran oder die Beschichtung nicht zu beschädigen – das ist falsch! Funktionsbekleidung sollte „so wenig wie möglich, aber so oft wie nötig“ gewaschen werden. Toll, werdet ihr jetzt sagen, damit kann ich noch weniger anfangen…

Also versuchen wir euch eine Orientierung an die Hand zu geben:

Bei regelmäßigem Gebrauch, aber keinen zu schweißtreibenden Aktivitäten (z.B. in Hamburg jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit fahren) empfehlen wir eine Wäsche alle drei Monate. Nach einer zweiwöchigen Trekkingtour durch Norwegen mit Rucksack und täglichem Gebrauch sollte die Jacke oder Hose auf jeden Fall direkt nach der Tour in die Wäsche. Und wenn eine Woche später die nächste Tour in den Alpen ansteht und man die Jacke wieder 4 Tage am Stück angehabt hat, freut sie sich auch nach dieser Tour direkt auf eine neue Wäsche.

Sauber ist die Outdoor Bekleidung – wann muss ich neu imprägnieren?

Anfangs lässt sich eine DWR-Imprägnierung ganz einfach nach der Wäsche und dem Spülen durch Wärmezufuhr wiederherstellen. Wie weiter oben schon beschrieben sollte die Kleidung tropfnass aufgehängt werden. In diesem Zustand kommt sie natürlich nicht in den Trockner. Sobald die Kleidung nicht mehr tropft, sondern nur noch feucht ist, kann man sie weiter mit Wärme behandeln.

Das passiert im Idealfall in einem Trockner. Durch Wärmezufuhr reaktiviert sich die Imprägnierung auf molekularer Ebene und Wasser perlt wieder vom Außenstoff ab. Bei der Verwendung eines Trockners entweder ein spezielles Programm für Funktionsmaterialien verwenden, die meisten modernen Trockner haben das, oder im Schongang trocknen. Die Trockenzeit soll 15-20 Minuten betragen. Sollte kein Trockner vorhanden sein kann man die Kleidung auch auf niedrigster Stufe bügeln und zur Not kann man auch einen Fön benutzen.

Nach einer solchen Behandlung sollte die Erstimprägnierung wieder aktiviert sein und das Wasser abperlen. Nach einiger Zeit wird dies allerdings auch nicht mehr funktionieren, dann ist die Erstimprägnierung verbraucht.

Jetzt schlägt die Stunde der Imprägniermittel

Durch das Nachimprägnieren verbrauchter Erstimprägnierungen sorgt man dafür, dass das Wasser wieder abperlt, die Atmungsaktivität erhalten bleibt und Schmutz sich nicht in dem Gewebe festsetzen kann.

Es gibt eine Unmenge an unterschiedlichen Herstellern, die für jede Art von Bekleidung ein Imprägniermittel anbieten.

Wir empfehlen die Imprägniersprays von Fibertec. Diese gibt es in zwei unterschiedlichen Varianten, einmal als GreenGuard, das ohne Fluorcarbone auskommt und auf Wasserbasis hergestellt ist und BlueGuard, das sogenannte C6 Fluorwirkstoffe verwendet, die deutlich umweltfreundlicher sind und frei von PFT und nicht bioakkumulativ. Die Produkte der BlueGuard-Serie sind haltbarer, mit GreenGuard wird man öfters nachimprägnieren müssen. Die Imprägniermittel von Fibertec sind für alle Arten von Funktionsbekleidung zu verwenden, egal ob Hardshell oder Softshell.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Imgrägnierungen, die auf den Außenstoff aufgesprüht werden und solchen, die eingewaschen werden.

Wir haben die besten Erfahrungen mit Spray-On Imprägnierungen gemacht, da diese nur den Außenstoff imprägnieren. Bei Wash-In Imprägnierungen besteht immer die Gefahr, dass der Futterstoff seine Balance aus hydrophoben und hydrophilen Eigenschaften verliert. Aufsprühimprägnierungen werden nach der Wäsche auf die noch feuchte, aber nicht mehr tropfnasse Bekleidung aufgesprüht. Bitte nicht in geschlossenen Räumen! Dazu hängt man die Jacke entweder auf oder man legt sie auf den Boden. Nach dem Einsprühen sollte man die Imprägnierung mit einem feuchten, fuselfreien und sauberen Tuch schön verteilen, damit die Imprägnierung richtig in die Fasern einzieht.

Bei den Produkten von Fibertec ist es danach unbedingt erforderlich, dass man die Bekleidung anschließend wärmebehandelt. Nur dann wird die Imprägnierung richtig aktiviert. Dies geschieht entweder im Wäschetrockner oder mit dem Bügeleisen wie oben beschrieben. Bei anderen Produkten genügt auch die Trocknung an der Luft. Hier bitte nach den jeweiligen Herstellerangaben handeln.

Hat man diese Prozedur hinter sich, sollte das gute Stück wieder bestens präpariert sein.

So sollte Wasser bei einer intakte Imprägnierung abperlen

So soll das Wasser bei einer intakten Imprägnierung abperlen

Insgesamt ist die Pflege und damit die Erhaltung der Funktion also nicht sehr aufwändig.
Und es lohnt sich auf alle Fälle, denn mit der richtigen Pflege wird man sehr lange Freude an seiner Funktionsbekleidung haben.

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